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FAQ

Häufige Fragen zu Gefäßverschluss

Ist das Risiko für einen Gefäßverschluss vererbbar? Was tue ich im Notfall? Dies sind Fragen, die sich viele Patienten mit Arteriosklerose stellen. Doch in einem Buch oder einer Broschüre findet sich darauf nur nach langem Suchen eine Antwort. Eine kleine Liste mit häufig gestellten Fragen zum Gefäßverschluss - inklusive Antworten - kann daher hilfreich sein.

Wie beantrage ich Pflegegeld?

Vor allem nach einem Schlaganfall kann der Patient pflegebedürftig werden. Er selbst oder seine Angehörigen stellen dann einen Antrag bei der Pflegeversicherung. Sie richten diesen an die Krankenkasse, die ihn weiterleitet.

Die Pflegeversicherung beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, ein Pflegegutachten zu schreiben. Anhand dieses Gutachten wird der Patient eine von drei Pflegestufen zugeordnet. Nach dieser Pflegestufe richtet sich die Höhe des Pflegegeldes. Wer Probleme mit dem Antragsformular hat, kann sich vom Sozialdienst im Krankenhaus helfen lassen.

Wie beantrage ich eine Rehabilitations-Behandlung?

In einer akuten Situation, wenn der Patient einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hat, beantragt die Sozialstation des Krankenhauses die Reha. Der Patient hat damit so gut wie nichts zu tun. Der behandelnde Arzt schlägt ihm nur Kliniken vor und der Sozialdienst prüft, ob Betten frei sind und ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Wie verhalte ich mich nach einem Herzinfarkt?

Angst und Niedergeschlagenheit sind nach dem Infarkt eine natürliche Reaktion. Der Patient hat meist zum ersten Mal eine lebensbedrohende Situation erlebt. Häufig hilft nur eine totale Kursänderung im Alltagsleben. Der Patient tut gut daran, die in der Reha erlernten Gewohnheiten - wie gesunde Ernährung und Bewegung - auch zu Hause fortführen. Das Wichtigste aber ist, mit den Kräften zu haushalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Patient muss die verordneten Medikamente gemäß Verschreibung des Arztes einnehmen. Die regelmäßige Einnahme ist dabei entscheidend für den Therapieerfolg.

Will der Herzkranke in den Beruf zurückkehren, empfiehlt es sich, das Arbeitspensum an den Gesundheitszustand anzupassen. Das schafft er am ehesten, wenn er schon vor dem ersten Arbeitstag seinen beruflichen Alltag plant.

Ist das Risiko für einen Gefäßverschluss vererbbar?

Ein Gefäßverschluss tritt nicht aus heiterem Himmel auf. Viele Patienten weisen eine ganze Reihe von Risikofaktoren auf. Man unterscheidet beeinflussbare Risikofaktoren wie fettreiche Ernährung, wenig Bewegung und nichtbeeinflussbare Risikofaktoren wie Geschlecht und Genetik. Wenn Gefäßverschlüsse in der Familie oft vorkommen, empfiehlt es sich, die beeinflussbaren Faktoren möglichst gering zu halten.

Woran bemerke ich einen Gefäßverschluss im Bein?

Die arterielle Verschlusskrankheit der Extremitäten verläuft schleichend: Zuerst ist die Beinarterie zwar eingeengt, doch hat der Patient noch keine Beschwerden. Im zweiten Stadium reicht unter Anstrengung die Durchblutung nicht mehr aus, um die Muskulatur mit Sauerstoff zu versorgen. Deshalb treten beim Fahrradfahren oder strammen Spaziergang Schmerzen auf. Der Patient muss immer wieder anhalten und warten, bis die Schmerzen zurückgehen. Mediziner sprechen darum auch von der Schaufensterkrankheit: Die Patienten bleiben häufig vor Schaufenstern stehen, um ihre Krankheit zu kaschieren. Ein Arztbesuch ist bei Schmerzen im Bein also dringend.

Was tue ich im Notfall?

Symptom schnell wieder abklingt, dürfen Angehörige, Freunde oder Kollegen nicht zögern, den Notarzt zu rufen. Am Telefon müssen sie Name, Telefonnummer sowie Adresse nennen und knapp schildern, was passiert ist. Wichtig ist, die Symptome bei Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßverschluss in Armen und Beinen rechtzeitig zu erkennen.

Angehörige von gefährdeten Personen, sollten sich in Erste-Hilfe-Maßnahmen auskennen. Kurse bietet unter anderem das Rote Kreuz an.

Was kann ich tun, um einen weiteren Schlaganfall oder Herzinfarkt zu verhindern?

Es ist in jedem Fall ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören, da Nikotin die Gefäße extrem schädigt. Wer meint, nach jahrzehntelangem Zigarettenkonsum lohne es sich nun nicht mehr, Abschied von der Zigarette zu nehmen, sollte bedenken: Patienten, die mit 50 Jahren das Rauchen aufgeben, haben nach etwa zehn Jahre das statistische Herzinfarkt-Risiko eines Nichtrauchers.

Auch der Verzicht auf fettes und süßes Essen kann helfen, einem weiteren Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Schließlich bestehen die Plaques an den Arterienwänden bei der Arteriosklerose zum Teil aus Nahrungsfetten. Auch ein hoher Zuckerkonsum greift die Gefäße an und kann zudem Diabetes hervorrufen. Nicht zurückhalten sollten sich Gefäßpatienten allerdings bei Gemüse und Obst: Diese Nahrungsmittel enthalten Antioxidanzien, die die Gefäßwände schützen.

Wichtig ist außerdem maßvolle, aber regelmäßige Bewegung: Sie regt die Neubildung von Blutgefäßen an und verbessert Herzarbeit sowie Sauerstoffausnutzung. Auch Blutfett- und Zuckerspiegel liegen bei regelmäßiger Belastung günstiger. Ideal für Gefäßkranke sind Laufen, Walking, Schwimmen, Radfahren und Skilanglauf.

Auch viele Medikamente - wie Plättchenhemmer - wirken vorbeugend. Der Patient sollte darum die Präparate regelmäßig einnehmen und die Anordnung seines Arztes genau befolgen. Anderenfalls kann der Therapieerfolg ausbleiben.


Autor: bsmo Redaktion
Stand: 27-09-2007




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