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Behandlung

Gefäßverschluss: Arzneien sind wichtig

Arterielle Durchblutungsstörungen der Beine - oder auch der Arme - sind ernst zu nehmen und müssen unbedingt behandelt werden. Schließlich besteht bei einer fortgeschrittenen Arteriosklerose der Extremitäten nicht nur die Gefahr, dass amputiert werden muss: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (AVK) ist auch ein deutlicher Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die AVK des Beines schränkt den Patienten sehr ein, denn sie bereitet ihm gerade beim Gehen große Schmerzen. Deshalb geht es bei der Therapie zunächst darum, die Beschwerden zu lindern. Dies geschieht im frühen Stadium oft durch ein Gehtraining, das die schmerzfreie Wegstrecke bis zu sechsmal verlängern kann - vorausgesetzt der Patient praktiziert die Übungen mindestens zwei- bis viermal pro Woche für die Dauer von 60 Minuten.

Das Gehtraining macht die AVK für den Patienten erträglicher, denn es lässt Umgehungskreisläufe um die verengten oder geschlossenen Arterien entstehen und vergrößert die kleinen Gefäße. Auf diese Weise erhöht sich das Sauerstoffangebot im Gewebe. Der Patient kann also wieder längere Strecken beschwerdefrei gehen, denn seine Schmerzen entstehen ja gerade durch einen Mangel an Sauerstoff.

Gehtraining: Arteriosklerose-Risiko bleibt

Trotzdem: Das Gehtraining lindert die Beschwerden nur, indem es Umgehungskreisläufe um die verschlossenen Gefäße entstehen lässt. An den Verhältnissen in den arteriosklerotischen Arterien ändert es nichts. Gerade dies ist bei der Therapie der AVK aber wichtig. Denn die Arteriosklerose bleibt als so genannte Systemerkrankung meist nicht auf eine Körperregion begrenzt: Sie betrifft meist auch die Herzkranzarterien und die gehirnversorgenden Halsarterien.

Plättchenhemmer schützen vor Herzinfarkt und Schlaganfall

So haben zwischen 40 und 60 Prozent der AVK-Patienten zugleich eine koronare Herzkrankheit. In den späten Krankheitsstadien III und IV schätzen Experten den Anteil sogar auf 90 Prozent. Die Sterblichkeitsrate ist unter AVK-Patienten deshalb doppelt so hoch wie beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Es empfiehlt sich also, die AVK auch im frühen Stadium gezielter zu behandeln, um den Patienten vor einem Schlaganfall, Herzinfarkt und auch einer Amputation zu schützen. Viele Ärzte verschreiben darum Plättchenhemmer wie Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS), da diese Medikamente helfen, Blutgerinnsel - und damit einen Gefäßverschluss - zu verhindern.

Clopidogrel ist oft wirksamer als ASS

ASS ist eine über 100 Jahre alte Substanz, die vor allem als Schmerzmittel bekannt ist. Ärzte verschreiben sie aber auch bei arteriellen Durchblutungsstörungen. Allerdings leiden Patienten, die regelmäßig ASS nehmen, etwas häufiger unter Magenbeschwerden (Schmerzen, Mikroblutungen). In manchen Fällen löst das Medikament durch eine Engstellung der Bronchien auch einen Bronchospasmus - oder gar Asthma - aus. Das neuentwickelte Clopidogrel hingegen hat diese Nebenwirkungen nicht.

Eine große internationale Studie belegt: Clopidogrel ist zudem wirksamer als ASS, denn es reduziert bei arterieller Verschlusskrankheit das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, noch deutlicher.

Vasoaktive Medikamente beugen Amputation vor

Oft setzen Ärzte bei arterieller Verschlusskrankheit aber auch vasoaktive Medikamente ein, die die Gefäße weiten und dadurch den Durchfluss des Blutes verbessern. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Medikamente die schmerzfreie Wegstrecke von Patienten mit arterieller Durchblutungsstörung der Beine oft bis zu 70 Prozent steigern.

Das vasoaktive Medikament, das die Substanz Alprostadil enthält, ist zur Behandlung von Patienten mit chronischen fortgeschrittenen Arterienverschlüssen der Stadien III und IV zugelassen. Ärzte setzen es ein, wenn andere Therapien - etwa mit Plättchenhemmern - nicht ausreichend helfen. Mit dieser Substanz lässt sich die Amputationsrate um zirka 50 bis 70 Prozent senken. Allerdings ist die Wirkung bei Patienten mit Diabetes mellitus eingeschränkt.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 27-09-2002




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