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Reha

Gefäß-Reha: Gymnastik steht ganz oben

Die Krankengymnastik steht bei der Rehabilitation von Gefäßpatienten an erster Stelle. Denn durch regelmäßige Bewegung entstehen im kranken Bein neue Adergeflechte, die die verstopfte Hauptbahn ersetzen können. Zum Programm gehören außerdem ein Ernährungs- und Entspannungstraining, psychologische Beratung und Raucherentwöhnung. Auch wird der Arzt für den Patienten geeignete Medikamente in passender Dosierung zusammenstellen.

Eine Rehabilitation ist bei der Verschlusskrankheit meist nach einem operativen Eingriff angezeigt, das heißt im Stadium III oder IV. Der Reha-Aufenthalt dauert rund drei Wochen, er kann sich jedoch bis auf sechs Wochen ausdehnen. Im Stadium IV, wenn bereits Gewebe abgestorben ist, findet die Reha immer stationär statt - ebenso, wenn der Patient im Stadium III einen Bypass bekommen hat. Ärzte empfehlen eine stationäre Rehabilitation zudem nach einer Ballondilatation im Stadium III, auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten ist sie in diesem Fall allerdings auch ambulant möglich. Im Stadium II besucht der Patient meist eine Tagesklinik.

Der Patient kann wieder länger ohne Schmerzen gehen

Krankengymnastik ist neben der medikamentösen Behandlung die wirkungsvollste Therapie der Verschlusskrankheit. Wichtig: Der Patient muss die Übungen auch zu Hause täglich praktizieren. Denn wird der Körper einige Zeit nicht belastet, verlangsamen sich seine Funktionen, die physiologischen Prozesse schalten auf Sparflamme: Das Blut zirkuliert langsamer, die Muskulatur erschlafft, die Gelenke verlieren an Beweglichkeit und Stabilität. Ziel der Gymnastik ist, den Körper an Anstrengung zu gewöhnen, damit der Blutkreislauf wieder richtig in Schwung kommt. Dann bilden sich so genannte Kollateralkreisläufe oder Umgehungskreisläufe, durch die das Blut fließen kann, wenn die Hauptader verstopft ist. Der Patient kann somit länger schmerzfrei gehen.

Gehtraining: Jede Woche steigert sich das Tempo

Das Bewegungstraining beginnt mit einer Aufwärmphase: Zehenstand im Zeitlupentempo, Wadendehnung, Beinpendeln, Gewichtsverlagerungen auf den ganzen Fuß und abschließende Erholung, bei der die Patienten die Beine über zwei bis drei Minuten im stetigen Wechsel ausschütteln. Danach folgt das eigentliche Gehprogramm. Das Gehtraining besteht aus einer sechswöchigen Gewöhnungsphase, in der die Patienten das Gehtempo in jeder Woche steigern. Auf diese Weise werden auch die schmerzfreien Gehphasen immer länger. Die Patienten lernen auch, die Füße leise aufzusetzen und entspannt abzurollen. Denn die Beine sollen wie von allein laufen, mit einem Minimum an Anstrengung. Der Gefäßkranke findet auf diese Weise auch am besten sein eigenes Gehtempo.

Nach der Reha sollte der Patient das Bewegungstraining in ambulanten Claudicatio-Gruppen fortsetzen - Claudicatio heißt auf Deutsch übrigens Hinken. In den letzten Jahren entstanden analog zu den Herzsportgruppen immer mehr ambulante Gefäßsportgruppen. In Deutschland gibt es bisher 34 Sportgruppen. Adressen der Trainingsgruppen vermitteln Reha-Kliniken, Selbsthilfegruppen und Verbände.

Ernährungstraining findet direkt in der Küche statt

Meistens sind Gefäßpatienten Raucher. In der Reha-Klinik bieten Psychologen deshalb Nichtrauchertraining an. Die Ärzte behandeln manchmal auch mit Akupunktur, auf medikamentöse Entwöhnung verzichten sie jedoch meist.
Neben dem Nichtrauchertraining steht auch ein Ernährungstraining auf dem Programm. Dabei geht es recht handfest zu, denn die Patienten werden von Diätassistenten direkt in der Küche geschult. Bei dem Hypertonie- oder Blutdrucktraining lernen die Patienten wie sie sich selbst den Blutdruck messen und diesen selbst medikamentös regulieren können.


Autor: bsmo Redaktion
Stand: 27-09-2007




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