Reha
Wenn der Gefäßkranke eine Prothese braucht
Bei einem sehr ausgeprägten Gefäßverschluss muss der Arzt das Bein in einigen Fällen amputieren. In der anschließenden Rehabilitation kommt es dann darauf an, den Stumpf durch Lymphdrainage so in Form zu bringen, dass er in die Prothese passt. Häufig kommt es an der Amputationsstelle zu einem Stumpfödem. Dabei handelt es sich um eine Wasseransammlung im Rest der Gliedmaße.
Gleichzeitig beginnt der Patient mit der Stumpfabhärtung. Zuvor muss aber die Wundheilung völlig abgeschlossen sein. Die Stumpfabhärtung ist notwendig, damit der Patient den Druck durch die Prothese besser aushält. Die Verhornung der Haut kann der Patient auch vorantreiben, indem er seinen Stumpf regelmäßig in eine Wanne mit feinem Kiesel oder Bohnen stützt oder ihn mit einer Bürste massiert.
Es empfiehlt sich für den Patienten, so früh wie möglich mit dem Gehtraining zu beginnen, damit seine Motivation nicht verloren geht. Der Stumpf wird mit der Zeit immer dünner, deshalb bekommt der Patient immer wieder andere Schäfte angepasst.
Das Gehtraining ist wichtig, damit der Patient lernt, sich auf die Prothese einzulassen, und keine Fehlhaltung entwickelt. Ohne Anleitung passiert es nämlich leicht, dass er mit dem Bein auch die Hüfte nach oben zieht, weil er fürchtet, anderenfalls zu stolpern. So wird aber der Oberschenkel nicht belastet und der Muskel bildet sich zurück (Muskelatrophie).
Das Training beginnt am Barren mit einzelnen Bewegungssegmenten und Gleichgewichtsübungen. Bis der Patient eigenständig gehen kann, dauert es meistens - je nach Konstitution, Willen und Muskelkraft - drei bis sechs Monate. Bei vielen Patienten mit einer Unterschenkelamputation ist später nicht zu merken, dass sie eine Prothese tragen - weder hinken sie, noch gehen sie verlangsamt. Patienten mit Oberschenkelprothese hingegen schaffen es nicht immer, perfekt zu gehen.



