Untersuchung
So untersucht der Arzt Arm- und Beingefäße
Der Arzt kann die arterielle Verschlusskrankheit recht schnell feststellen. Allein das bloße Betrachten und Abtasten der Gliedmaßen ist schon aufschlussreich. Daneben gibt es unkomplizierte und schmerzlose Untersuchungen wie die Oszillographie und die Dopplerdruckmessung. Mit ihnen kann der Arzt in 95 Prozent der Fälle eine Verengung oder einen Verschluss erkennen.
Die Duplexsonographie - und in speziellen Fällen auch die Darstellung der Arterien mit Röntgenkontrastmittel - wendet der Arzt an, um zu entscheiden, welche Behandlung geeignet ist.
Zur körperlichen Untersuchung gehören die Inspektion der Gliedmaßen, das Fühlen der Arterienpulse und spezielle Funktionstests. So achtet der Arzt auf Hinweise für eine Mangeldurchblutung wie:
- blasse und kühle Gliedmaßen
- Geschwüre
- Schädigungen der Fuß- und Handnägel, übermäßige Verhornung
Auch die Arterienpulse interessieren den Mediziner. Typische Orte, an denen die Gliedmaßenarterienpulse gefühlt werden können, sind die Leiste, die Kniekehle, die Innenknöchelhinterseite, der Fußrücken, die Ellenbeuge und das Handgelenk.

Taststellen für die Pulse der Beinarterien
Durch das Fühlen der Arterienpulse lässt sich der Gefäßverschluss lokalisieren. So fehlt bei einem Beckenarterienverschluss der Leistenarterienpuls und bei einem Oberschenkelarterienverschluss der Kniekehlenarterienpuls.
Ratschow-Lagerungsprobe: Einfach und aussagekräftig
Es gibt außerdem noch einen unkomplizierten Funktionstest, mit dem der Arzt die Verschlusskrankheit diagnostizieren kann: Bei der Lagerungsprobe nach Ratschow richtet der Patient in Rückenlage die Beine senkrecht auf und lässt die Füße 30-mal kreisen. Normalerweise wird die Fußsohle während dieser Übung gar nicht oder nur etwas blass. Im Falle von Arterienverengungen oder -verschlüssen wird das Bein jedoch blass. Richtet der Patient sich auf und lässt die Beine herabhängen, röten sich die Gliedmaße normalerweise spätestens nach fünf bis zehn Sekunden. Nach acht bis zwölf Sekunden füllen sich die Gliedmaßenvenen wieder auf. Bei Arterienverschlüssen dagegen tritt die Hautrötung verzögert ein.
Eine der einfacheren Methoden ist die ABI-Messung
Mit dem doppelten Blutdruckmessen (Doppeldruckmessung) am Arm und Fußknöchel lässt sich ganz allgemein ein Gefäßverschluss im Bein feststellen: Ist der am Arm gemessene Blutdruck deutlich höher als der Druck am Knöchel, liegt vermutlich eine Engstelle am Bein vor. Diese Methode wird auch Ankle-Brachial-Index-Messung (Arm-Knöchel-Index) - kurz ABI-Messung - genannt.
Oszillographie findet unter Belastung statt
Neben diesen Untersuchungen, für die keine Geräte notwendig sind, gibt es aber noch apparative Techniken, mit denen sich die Verschlusskrankheit diagnostizieren lässt - wie die Oszillographie. Bei dieser Untersuchung legt der Arzt dem Patienten Blutdruckmanschetten an Ober- und Unterschenkel, die Füße oder Ober- und Unterarme an und bläst sie auf. Langsam lässt er den Druck ab und zeichnet den Puls mittels Pulsabnehmer auf. Anschließend wiederholt er das Prozedere, während sich der Patient bewegt. Vergleicht er nachher die Pulsaufzeichnung in Ruhe mit der unter Belastung, kann er feststellen, ob Verschlüsse der Gliedmaßen bestehen.
Dopplerkurvenanalyse zeigt das Ausmaß der Verengung
Bei der Dopplerdruckmessung wird mit einer Blutdruckmanschette und einer Ultraschallstiftsonde der Blutdruck in den Arterien der betroffenen Extremität gemessen. Die Dopplerkurvenanalyse zeichnet die Blutflusskurve, also den Anstieg und Abfall des Blutdrucks in der Extremität bei jedem Pulsschlag auf. Die Form dieser Kurve gibt Aufschluss über das Ausmaß einer Arterienverengung.
Duplexsonographie misst die Blutströmung
Die Schwarz/weiß- oder Farbduplexsonographie ist ein Ultraschallverfahren, das Verengungen oder Verschlüsse in der Arterie darstellt. Außerdem lässt sich mit diesem Verfahren die Blutströmung messen. Dopplerkurvenanalyse und Duplexsonographie sind schmerzlos und belasten den Patienten nicht.
Arterien-Röntgen stellt Gefäße der gesamten Extremität dar
Plant der Arzt eine Gefäß-Operation oder eine Aufdehnung von eingeengten Arterien, muss er die Arterien zuvor röntgen (Angiographie). Dazu bekommt der Patient ein Kontrastmittel gespritzt.
Der Patient liegt auf einem Röntgentisch unter einer Röntgenröhre. Zunächst punktiert der Arzt eine Leisten- oder Ellenbeugenarterie, um einen Katheter in das Gefäßsystem einzuführen. Dieser Eingriff ist relativ schmerzlos, da die Ellenbeugen- oder Leistenregion zuvor mit einer Spritze betäubt wird.
Der Katheter wird bis zur Hauptschlagader vorgeschoben, dann wird das Kontrastmittel maschinell über den Katheter in das Arteriensystem gespritzt. Während des Einspritzens von Röntgenkontrastmittel kann der Patient ein Hitzegefühl in den kranken Gliedmaßen verspüren. Der Arzt verfolgt mit dem Röntgengerät den Kontrastmittelanstrom, die Kontrastmittelfüllung und den Kontrastmittelabfluss mithilfe des Röntgengeräts und fertigt serienweise Röntgenaufnahmen an.
Im Gegensatz zu den duplexsonographischen Verfahren lässt sich mit dieser Röntgenmethode das Gliedmaßenarteriensystem in seiner Gesamtübersicht sowie ein mehr oder weniger ausgeprägter arterieller Umgehungskreislauf darstellen. Der Patient muss jedoch nach der Untersuchung 24 Stunden Bettruhe einhalten. Krankenschwestern versehen die Einstichstelle zudem mit Druckverband und Sandsack, um eine Blutung zu verhindern.


