Warnsignale erkennen
Gefäßverschluss: Schmerzen beim Gehen typisch
Zu Beginn der arteriellen Verschlusskrankheit hat der Patient meist noch keine Beschwerden. Sie ist oft nur an den auffallend kalten Beinen zu erkennen. Bei Männern kommen, wenn die Beckenarterien betroffen sind, nicht selten Impotenz oder Erektionsstörungen hinzu. Trotzdem sind diese Symptome für die wenigsten Gefäßkranken ein Grund, den Arzt aufzusuchen.
Schreitet die Gefäßverengung fort, treten beim Gehen nach kurzer Zeit meist starke Schmerzen in den Waden auf (Stadium II). Sie werden durch Sauerstoffmangel in der Muskulatur verursacht. Denn arbeitende Muskeln benötigen mehr Sauerstoff als ruhende Muskeln. Erst nach einer kleinen Ruhepause verschwinden die Schmerzen wieder.
Die schmerzfreie Gehstrecke wird immer kürzer
Mediziner nennen die Verschlusskrankheit in den Beinen deshalb auch Schaufensterkrankheit, da die Patienten häufig vor den Auslagen der Geschäfte stehen bleiben, um ihre Krankheit zu kaschieren. Laien sprechen gelegentlich auch vom "Raucherbein", da 90% der Patienten Nikotinkonsumenten sind. In der Regel wird die schmerzfreie und die maximale Gehstrecke des Patienten mit Fortschreiten der Krankheit immer kürzer. Die Arterieneinengung lässt sich übrigens lokalisieren: Sie befindet sich oberhalb des schmerzhaften Bereichs.
Gelegentlich bilden sich Umgehungskreisläufe um das verengte Gefäß herum. In diesem Fall kann der Patient bei Muskelschmerzen langsam weitergehen. Ärzte sprechen auch vom "walking-through"-Phänomen.
Ruheschmerzen treten besonders nachts auf
Im dritten Stadium reicht der Sauerstoff für Muskel und Haut selbst dann nicht mehr, wenn der Patient sitzt oder liegt. Die Ruheschmerzen treten besonders nachts bei relativer Hochlagerung der Beine im Bett auf. Viele Patienten können die Schmerzen dadurch lindern, dass sie aufstehen und umhergehen oder das betroffene Bein von der Bettkante herabhängen lassen. Einige Patienten schlafen aus diesem Grund lieber im Sessel als im Bett.
Im letzten Stadium tauchen Geschwüre auf
Im letzten Stadium (Stadium IV) ist das Bein amputationsgefährdet. Wegen der stark verminderten Hautdurchblutung können schlecht abheilende Geschwüre entstehen. Einzelne Zehen oder der gesamte Vorderfuß können sogar schwarz werden. Die Patienten leiden unter stärksten Schmerzen. Infektionen am betroffenen Fuß sind lebensbedrohlich, wenn der Arzt sie nicht rechtzeitig behandelt.

Auf dem Foto erkennt man deutlich ein Geschwür an der zweiten Zehe, welches durch einen Verschluss der versorgenden Arterie hervorgerufen wurde.
Ein akuter Gefäßverschluss - etwa durch ein Gerinnsel (Thrombus) - äußert sich durch plötzliche, heftige Schmerzen, Blässe der kranken Extremität und fehlendem Puls am Fußrücken oder der Kniekehle, wenn das Bein betroffen ist. Handelt es sich um einen Arterienverschluss am Arm, was sehr viel seltener vorkommt, ist der Puls am Handgelenk nicht mehr zu ertasten.



