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Nicht gut zu Fuß

Bei Gehstörungen auch an Verschlusskrankheit denken

Ältere Menschen sind oft nicht mehr so gut zu Fuß - das gilt als normal und löst keine Verwunderung aus. Doch nicht immer ist es einfach nur das Alter, auch eine PAVK kann sich hinter Gehstörungen verbergen.

Das Laufen fällt ihnen schwer, die Beine schmerzen, und sie bleiben deshalb immer wieder stehen - vielen älteren Menschen geht es so, und sie schieben es auf das Alter. Prinzipiell nichts Schlimmes, dennoch sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen. Verschiedene Krankheiten, darunter Erkrankungen der Gelenke, Knochen und Muskeln, aber auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK, "Schaufensterkrankheit") können sich hinter Gehstörungen und Schmerzen verbergen. Vielleicht ist es aber auch nur ein "profaner" Muskelkater.

Der Klassiker: Muskelkater

Muskelkater kennt wohl jeder. Er kommt ungerufen, in der Regel nach verstärkter körperlicher Anstrengung, besonders wenn die Muskulatur untrainiert ist. Meist macht er sich erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag bemerkbar. Wärmebehandlungen, z.B. in Form von Bädern oder Saunabesuchen, sowie leichte schonende Bewegung können das Abklingen unterstützen.

Schmerzen in den Gelenken: Arthrose?

Eine häufige Erscheinung im höheren Lebensalter ist die sogenannte Arthrose. Hierbei kommt es infolge altersbedingter Abnutzung von Knorpel und Knochen zu starken Schmerzen in den Gelenken bei Bewegung. Weitere mögliche Folgen sind Einschränkungen der Beweglichkeit bis hin zur Versteifung sowie Entzündungen und Verformungen der betroffenen Gelenke. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Ein Orthopäde kann am besten klären, ob es sich bei Bewegungsschmerzen in Gelenken tatsächlich um eine Arthrose handelt oder nicht.

Knochenschmerzen: Mögliche Ursache Osteoporose

Auch der altersbedingte Verlust der Knochendichte, die sogenannte Osteoporose, kann zu Einschränkungen der Beweglichkeit durch Schmerzen führen. Hierbei handelt es sich weniger um Gelenk- als um Knochenschmerzen. Die Knochen sind im Verlaufe unseres gesamten Lebens ständigen Umbauprozessen ausgesetzt. Anders als in jüngeren Jahren wird im höheren Lebensalter vermehrt Knochenmasse abgebaut. Letztendlich kann der Knochen seine Festigkeit und Elastizität verlieren. Ältere Menschen laufen deshalb schneller Gefahr, sich bei einem Sturz einen Knochen oder Wirbelkörper zu brechen. In fortgeschrittenen Stadien kann die Osteoporose zu erheblichen Knochenschmerzen, typischerweise im Rücken, aber auch in den Armen und Beinen, führen. Auch bei dieser Erkrankung ist der Orthopäde die eine gute Adresse.

Hühnerauge und Fußfehlstellungen

Gehstörungen können auch eine Folge von Fußkrankheiten sein. Dazu zählen schmerzhafte Verhornungsstörungen (das berühmte "Hühnerauge"), Sensibilitätsstörungen infolge jahrelanger Mangeldurchblutung bei Diabetes mellitus ("brennende Füße"), offene Wunden oder Geschwüre (z.B. bei Mangeldurchblutung, diabetischer Fuß) und im Laufe des Lebens erworbene Fußfehlstellungen (z.B. Platt- und Spreizfuß). Auch die Bildung eines Ballenfußes ist für die Betroffenen oft schmerzhaft, weil die Schuhe zu eng werden und beim Laufen drücken.

Auch an eine PAVK denken

Die Ursache für Gehstörungen muss allerdings nicht immer in den Muskeln, Knochen oder Gelenken selbst liegen. Auch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz PAVK, kann dahinterstecken. Dabei kommt es zu Einengungen oder gar Verschlüssen von Gefäßen, die die Gliedmaßen mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Oft sind die Beine von einer PAVK betroffen, sie kann aber auch in Armen, Schultern oder Becken auftreten.

Die PAVK beginnt schleichend

Zu Beginn bestehen meist noch keine Beschwerden, vielleicht kommt es zu Symptomen wie kalte Füße. Später treten beim Gehen, oft schon nach kurzen Strecken, starke Schmerzen in den Waden auf. Ursache hierfür ist der Sauerstoffmangel, der infolge der unterbrochenen Blutversorgung entsteht. Um sich auszuruhen und die Schmerzen abklingen zu lassen, bleiben die Betroffenen häufig stehen. Oft versuchen sie, die Beschwerden zu kaschieren, indem sie so tun, als sähen sie sich die Auslagen von Geschäften an - daher der Name "Schaufensterkrankheit". Im weiteren Verlauf nimmt die Strecke, die bewältigt werden kann, immer mehr ab. Später treten die Schmerzen auch in Ruhe, also ohne Belastung der Gliedmaße auf.

Bei Gehstörungen infolge von Schmerzen sollte daher immer auch an eine PAVK als mögliche Ursache gedacht werden. Durch einfache Untersuchungen kann der Hausarzt den Verdacht erhärten und gegebenenfalls eine Überweisung zum Internisten vornehmen.


Quelle: Nach Informationen von Deutsches Arthrose Forum der Deutschen Arthrose Stiftung; Leitlinie des Dachverbands Deutschsprachiger Wissenschaftlicher Gesellschaften für Osteologie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Frauen ab der Menopause, bei Männern ab dem 60. Lebensjahr (2006) sowie Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zur PAVK (3. Auflage, 2004)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: 27-08-2008




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