Wie geht es weiter?
Leben nach dem Herzinfarkt
Was folgt, wenn der Herzinfarkt überstanden ist und keine akute Lebensgefahr mehr besteht? Bei den meisten Patienten hinterlässt die Krankheit ihre Spuren. Einfach weitermachen wie vor dem Infarkt, ist deshalb im Allgemeinen unmöglich.
Medikamente sind lebensnotwendig
Die meisten Patienten, die einen Herzinfarkt überstanden haben, sind anschließend dauerhaft auf Medikamente angewiesen. Diese sind notwendig, um den Blutdruck und die Blutfettwerte zu normalisieren, die Pumpleistung des Herzens zu verbessern und zu verhindern, dass sich gefäßverstopfende Blutgerinnsel bilden. Noch im Krankenhaus oder während der Rehabilitation werden die Patienten auf die Medikamente eingestellt. Die weitere gesundheitliche Betreuung mit regelmäßigen Blutdruck- und EKG-Kontrollen übernimmt dann in der Regel der Hausarzt.
Ist die akute Phase eines Herzinfarkts überstanden, schließt sich meist eine dreiwöchige Anschlussheilbehandlung zur Rehabilitation an. Sie wird in einer Kurklinik oder ambulant durchgeführt und soll dem Patienten die Gelegenheit geben, sich mit der Krankheit und ihren Folgen auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit erfahrenen Therapeuten überdenken die Patienten ihr individuelles Risikoprofil und erarbeiten Strategien, mit deren Hilfe das Risiko für weitere Infarkte gesenkt werden kann. Dazu gehört neben der Einnahme von Medikamenten auch die Veränderung von Lebensgewohnheiten, die sich schädigend auf das Herz auswirken.
Nicht allen Patienten fällt es leicht, regelmäßig Medikamente einzunehmen. Manche Betroffene empfinden es als belastend, auf Pillen angewiesen zu sein. Medikamente nicht als Pein zu begreifen, sondern als eine Möglichkeit für ein weiteres sinnerfülltes Leben, ist daher ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung des Krankheitsgeschehens.
Körperliche Bewegung ist gut für die Seele
Medikamente einzunehmen ist nur ein Baustein einer umfassenden Nachbehandlung. In vielen Fällen kann eine Änderung von Lebensgewohnheiten die Gefahr eines erneuten Herzinfarktes weiter bannen. Sie ist daher dringend angeraten.
Dazu gehört beispielsweise, das Rauchen aufzugeben und die Ernährung umzustellen. Hierbei erhalten die Patienten Hilfe während der Rehabilitation, etwa durch Angebote zur Raucherentwöhnung und durch spezielle Kurse über gesunde Ernährung mit vielen Tipps für die eigene Küche.
Auch Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken wie Autogenem Training oder Yoga sowie Psychotherapie können zum Programm gehören. Sie sollen den Patienten Wege zur besseren Verarbeitung von Stresssituationen in Beruf und Privatleben aufzeigen.
Durch die Erarbeitung eines Bewegungsprogramms, das den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst ist, werden die Patienten zu regelmäßiger körperlicher Bewegung auch nach der Rehabilitation angeregt. Diese stärkt nicht nur die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System, sondern verbessert auch das seelische Wohlbefinden.
Selbsthilfegruppen bieten dauerhaft Unterstützung
Liebgewordene Lebensgewohnheiten lassen sich nur selten von einem Tag auf den anderen ändern. Unterstützung finden Betroffene bei Selbsthilfegruppen. Hier können sich Herzinfarktpatienten über Probleme und Ängste austauschen, die sie im Zusammenhang mit der Krankheit erleben, sich gegenseitig helfen und motivieren.



