Zahlen & Fakten
Jeder dritte Herzinfarkt-Patient stirbt
Insgesamt erleiden in Deutschland nach Schätzungen der Deutschen Herzstiftung jährlich 280.000 Patienten einen Herzinfarkt. Die Zahl der tödlichen Herzinfarkte liegt bei 85.000 pro Jahr. Doch tatsächlich erliegen viel mehr Patienten der koronaren Herzkrankheit: Insgesamt sterben über 340.000 Menschen pro Jahr an den Folgen dieses Leidens - zumeist wegen Herzschwäche.
Mit 30 Prozent stellt die koronare Herzkrankheit in allen Industrieländern die häufigste Todesursache dar. Bei Männern beginnt die koronare Herzkrankheit in der Regel früher als bei Frauen: Die Zahl der Fälle steigt deutlich ab dem 45. Lebensjahr. Bei Frauen hingegen setzt dieser Anstieg erst um das 60. Lebensjahr ein und gleicht sich dann der Erkrankungshäufigkeit bei Männern an.
Würden die Risikofaktoren früher erkannt und behandelt, ließe sich die Zahl der Krankheitsfälle jedoch senken. So bleibt etwa ein hoher Blutdruck, der erwiesenermaßen ein großer Gefahrenpunkt ist, bei 50 Prozent der Herzkranken unentdeckt. Hinzu kommt: Selbst wenn der Hochdruck bekannt ist, behandeln Ärzte ihn in 70 Prozent der Fälle nicht konsequent genug. Dieser wichtige Risikofaktor wird somit nur bei rund einem Viertel der Patienten wirklich zufriedenstellend ausgeschaltet.
In manchen Fällen ist die Therapie des Bluthochdrucks aber auch recht erfolglos, weil der Patient nicht kooperiert: So kommt es vor, dass Herzkranke ihre Medikamente unregelmäßig oder gar nicht einnehmen. Oft sind Patienten auch nicht bereit, ihre Lebensgewohnheiten umzustellen und auf Risikofaktoren wie Rauchen und fette Speisen zu verzichten. Mediziner haben für die mangelnde Mitarbeit des Patienten sogar einen Fachbegriff: Sie sprechen von mangelnder "Patient Compliance".


