Verhalten im Notfall
Bei Verdacht auf Herzinfarkt: Sofort den Notarzt rufen
Ein Herzinfarkt kann manchmal auch symptomarm - oder gar stumm - ablaufen. Deshalb sollte schon beim kleinsten Verdacht auf Herzinfarkt ein Arzt kommen. Selbst wenn ein Symptom schnell wieder abklingt, dürfen Angehörige, Freunde oder Kollegen nicht zögern, den Notarzt (112) zu rufen. Am Telefon müssen sie Name, Telefonnummer sowie Adresse nennen und knapp schildern, was passiert ist.
Je früher ein Herzinfarkt behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Der Herzkranke ist deshalb darauf angewiesen, dass seine Umgebung die Symptome schnell erkennt.
Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Symptome eines Infarkts denen einer Angina pectoris ähnlich sind. Nur zeigen sie sich intensiver und dauern länger als 15 Minuten an.
Auftreten können:
- intensive Schmerzen und Brennen im Brustkorb hinter dem Brustbein
- ein schweres Gefühl der Enge oder starker Druck auf der Brust
- Schmerzen in beiden Armen und zwischen den Schulterblättern
- Atemnot, möglicherweise bis hin zur Todesangst
- Schmerzen im Oberbauch oder allgemeine Bauchschmerzen
- Rückenschmerzen
- Schmerzen in Hals und Unterkiefer
- ein blasses Gesicht, kalter Schweiß auf Stirn und Oberlippe, Herzklopfen
- ein veränderter Gesichtsausdruck, oft bis zur völligen Fremdheit
- ein plötzlicher Kreislaufzusammenbruch mit und auch ohne Ohnmacht
- Übelkeit und Erbrechen
Typisch ist auch: Nitroglycerin-Spray oder -Kapseln, die bei einem Angina-pectoris-Anfall noch wirken, können bei einem Herzinfarkt die Schmerzen nicht mehr lindern.
Der Infarkt-Kranke darf sich nicht bewegen
Ein Herzinfarkt ist lebensbedrohlich. Dennoch müssen die Anwesenden versuchen, nicht in Panik und Hektik zu verfallen, da dies die Angst des Herzkranken nur noch verstärken würde. Sie sollten in ruhigem Ton mit ihm sprechen und ihn auffordern, sich hinzusetzen. Keinesfalls darf der Infarkt-Patient sich selbst auf den Weg zum Arzt machen. Denn durch die Bewegung kann sich ein mögliches Blutgerinnsel (Thrombus) losreißen. Der Infarkt-Patient muss ruhig sitzen oder - noch besser - liegen, mit erhöhtem Oberkörper und abgesenkten Beinen.
Atemwege frei halten
Sobald der Arzt informiert ist, müssen die Anwesenden das Fenster öffnen, enge Kleidungsstücke des Herzkranken öffnen und den Puls kontrollieren - am besten an der Halsschlagader: Schlägt er schnell, ungleichmäßig, kräftig? Alle diese Fragen sollten sie dem Arzt bei seiner Ankunft beantworten können.
Auch empfiehlt es sich, die Zahnprothese zu entfernen, da sie bei einem weiteren Anfall vor die Luftröhre geraten könnte. Ist der Herzkranke bereits ohnmächtig, müssen die Angehörigen ihn in die stabile Seitenlage bringen und die Atemwege von Essensresten oder anderen Fremdkörpern befreien. Natürlich dürfen sie den Kranken keine Sekunde allein lassen.



