Prävention
Herzinfarkt: Die Risikofaktoren erkennen
Jährlich sterben in Deutschland zirka 86.000 Männer und Frauen an einem Herzinfarkt. Ursache ist meist eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, auch koronare Herzkrankheit genannt. Doch diese bleibt häufig unerkannt: 40 bis 50 Prozent der Patienten mit Herzinfarkt haben vor der Attacke kaum Beschwerden. Auch der Allgemeinarzt kann oft nichts feststellen.
Die Folgen sind fatal: Fast jeder dritte Patient mit einer unerkannten koronaren Herzkrankheit stirbt am Herzinfarkt. Die American Heart Association (AHA) hat deshalb im Jahr 2000 Richtlinien für die primäre Prävention erarbeitet: Sie sollen Ärzten helfen, Patienten mit einem Herzinfarkt-Risiko zu identifizieren.
Das Wichtigste ist ein gesunder Lebensstil
Bei der primären Prävention geht es also darum, einen Herzinfarkt von vornherein zu verhindern. Als sekundäre Prävention bezeichnen Mediziner hingegen Vorkehrungen, die nach einem Herzinfarkt einsetzen, um chronisch Herzkranke vor weiteren Belastungen zu schützen. Grundlage der sekundären Prävention ist ein gesunder Lebensstil - oftmals begleitet von einer medikamentösen Therapie.
Die Richtlinien enthalten zudem Diagnostik- und Therapieempfehlungen sowie ein Schema, das Patienten in drei Risikoklassen unterteilt. Auch sind in den AHA-Richtlinien diejenigen Faktoren aufgelistet, die die koronare Herzkrankheit begünstigen und die die Allgemeinärzte bei allen ihren Patienten im Blick behalten sollten.
Diese Risikofaktoren sind:
- Rauchen
- Adipositas (krankhaftes Übergewicht)
- erhöhter Blutdruck
- erhöhtes Gesamtcholesterin
- Durchblutungsstörungen der Beine
- familiäre Belastung
- Wechseljahre
- Diabetes
- Schlaganfall
- Aortenaneurysma (Gefäßwanderweiterung der Hauptschlagadern)
Wenn mindestens drei Risikofaktoren zusammenkommen, spricht die AHA von einem hohen Herz-Kreislauf-Risiko. Für diese Patienten empfiehlt es sich, alle Risikofaktoren, auf die sie Einfluss haben - wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel -, auszuschalten. Eventuell ist auch eine medikamentöse Therapie notwendig: etwa mit Statinen, um den Fettspiegel zu senken, oder einem gerinnungshemmenden Medikament, das die Fließeigenschaft des Blutes verbessert.
Herzinfarkt-Risiko kann auch unerkannt sein
Finden sich ein oder zwei Risikofaktoren, spricht die AHA von einem mittleren Herz-Kreislauf-Risiko. Für eine Frau etwa, die raucht und sich in den Wechseljahren befindet, empfiehlt sich deshalb auch ein Arztbesuch. Denn der Allgemeinmediziner kann feststellen, ob sie noch weitere Risikofaktoren wie erhöhtes Gesamtcholesterin oder Bluthochdruck hat. Zeigt zum Beispiel das Ultraschall arteriosklerotische Halsgefäße, wird ihr der Arzt in jedem Fall dazu raten, das Rauchen aufzugeben.
Nur wenn der Patient keinen Risikofaktor aufweist, hat er ein niedriges Herzerkrankungs-Risiko.



