Warnzeichen des Schlaganfalls
Neue Bewertungstabelle hilft, Warnsignale zu erkennen
Körperliche Reaktionen wie kurze Sprachstörungen und einseitige Lähmungen können Anzeichen eines bevorstehenden Schlaganfalls sein. Eine einfache Bewertungstabelle soll nun anhand dieser Symptome die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bestimmen.
Ein bevorstehender Schlaganfall kann sich oft schon mehrere Tage zuvor durch eindeutige Signale bemerkbar machen. Diese treten in Form von Sprachstörungen oder einseitigen Lähmungen in Erscheinung und dauern meist nur wenige Minuten. Solche Symptome werden transitorische ischämische Attacken (TIA) genannt. Mediziner der Oxford-Universität in England haben jetzt eine einfache Regel entwickelt, mit der abgeschätzt werden kann, ob auf eine TIA in den nächsten sieben Tagen ein Schlaganfall folgt.
"Mit der so genannten ABCD-Score stellte das Team um Professor Peter Rothwell und Mitarbeiter leichte Regeln auf, die Ärzten eine schnelle Risikoabschätzung ermöglichen", erläutert Professor Dr. med. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Um das Risiko eines bevorstehenden Schlaganfalls einschätzen zu können, werden die TIA mit Punkten bewertet. Dabei können maximal 6 Punkte vergeben werden. Diese werden auf die einzelnen TIA-Faktoren, auf die sich die Bezeichnung ABCD bezieht, verteilt: A steht für Alter, B für Blutdruck, C für klinische Beschwerden wie Sprachstörung oder halbseitige Lähmung und D für Dauer der Beschwerden. Bei einem Score von 5 oder 6 Punkten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen bevorstehenden Schlaganfall. Bei einem Score von 6 kommt es bei jedem dritten Patienten innerhalb der nächsten sieben Tage zu einem Schlaganfall.
Diese frühe Diagnostik ist besonders wichtig, denn durch Kennen des Risikos und eine daran anschließende optimale Behandlung kann ein drohender Schlaganfall in vielen Fällen abgewendet werden. Für alle Patienten mit ersten Symptomen gilt es, so rasch wie möglich einen Arzt aufzusuchen, um eine wirksame Prophylaxe einzuleiten.
BSMO, 28.11.2005
Nach Informationen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Fachzeitschrift "The Lancet"



