Schlaganfall wegen Gen-Defekt?
Genetischer Zusammenhang bei Schlaganfall junger Menschen bewiesen
Eine neue Studie belegt, dass etwa vier Prozent der jungen Menschen mit einem Schlaganfall unklarer Herkunft an einem angeborenen Gen-Defekt erkrankt sind.
Schlaganfälle bei jungen Menschen haben für den Arzt oft keine klar erkennbaren Ursachen trotz vieler medizinischer Untersuchungen. Eine Studie, in der über 700 Schlaganfall-Patienten untersucht wurden, belegt nun, dass fast fünf Prozent der männlichen Patienten und knapp über zwei Prozent der weiblichen Patienten mit bis dahin ungeklärter Ursache des Schlaganfalls an einer angeborenen Stoffwechselerkrankung, Morbus Fabry, leiden.
„Diese Daten zeigen, dass der Morbus Fabry als wichtige Ursache für einen Schlaganfall bei jungen Menschen unbedingt in Betracht gezogen werden muss und dies in deutlich größerem Umfang als bisher angenommen", erklärt der Leiter der Studie, Professor Dr. Arndt Rolfs von der Universität Rostock. Für Mediziner, die junge Menschen mit Schlaganfällen behandeln, ist dies ein wichtiger Gesichtspunkt, denn sie sollten ihre Patienten auf jeden Fall auf Morbus Fabry untersuchen insbesondere auch unter dem Aspekt, dass diese Erkrankung durch die neue Möglichkeit der Enzymtherapie prinzipiell heilbar ist.
Die Studie zeigt weiterhin, dass Fabry-Patienten in einem jüngeren Alter einen Schlaganfall erleiden, als Patienten, die nicht an diesem Gen-Defekt erkrankt sind: das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt des Schlaganfalls lag bei den Frauen und Männern mit einem nachgewiesenen Morbus-Fabry bei 40 bzw. 38 Jahren. Im Vergleich hierzu liegt das Durchschnittsalter der Patienten ohne Morbus Fabry zum Zeitpunkt des Schlaganfalls bei 48 Jahren.
Junge Fabry-Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, können nun früher identifiziert werden, wodurch eine optimale medikamentöse Versorgung für diese Patienten ermöglicht wird. Auch erkrankte Familienmitglieder können so früher diagnostiziert und behandelt werden.



