Wissen: Wie kommt es zum Schlaganfall?
Schlaganfall: Nicht immer ist ein Gefäß verstopft
Unter dem Begriff "Schlaganfall" verstehen Mediziner die Folgen einer plötzlichen Sauerstoff-Mangelversorgung eines bestimmten Gehirnbereichs. In vier von fünf Fällen liegt ein Stopp der Blutversorgung durch ein Blutgerinnsel, einen so genannten Thrombus, zugrunde.
Seltener ist der Schlaganfall, der durch eine Hirnblutung hervorgerufen wird. Nur jeder fünfte Patient ist davon betroffen.
Mediziner bezeichnen Schlaganfälle, je nachdem, ob ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung zugrunde liegt, als "weißen" beziehungsweise "roten" Infarkt. Der Begriff "Infarkt" klingt dabei zunächst ungewöhnlich, bedeutet jedoch nichts anderes, als dass die Durchblutung der Zellen auf Dauer gestört ist und diese absterben.

Infografik Abb. 1 aus "Entstehung eines Schlaganfalles"
Oft wird das Blutgerinnsel eingeschwemmt
Die meisten Schlaganfälle sind "weiß", das heißt, sie werden durch einen Gefäßverschluss hervorgerufen. Ursache des Gefäßverschlusses ist fast immer eine Arterienverkalkung. Bei dieser krankhaften Veränderung der Arterien, Ärzte sprechen von Arteriosklerose, verhärten und verdicken sich die Wände der Blutgefäße - und sind damit weniger elastisch. Ist die Arteriosklerose fortgeschritten, kann die Gefäßwand sogar brüchig werden. Reißt sie ein, bildet sich direkt im Gehirn ein Blutgerinnsel. Häufig wird eine Arterie jedoch durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel, zum Beispiel aus der Halsschlagader oder dem Herzen, verschlossen. Ärzte sprechen in diesem Fall von einer "Embolie".
Neben rot und weiß unterscheiden Mediziner - nach Schwere der Erkrankung - den kleinen und den großen Schlaganfall. Bei einem kleinen Schlaganfall sind die Symptome nur schwach ausgeprägt, zum Beispiel eine flüchtige Sehstörung oder ein Taubheitsgefühl der Hand. Diese Krankheitszeichen bilden sich oft von alleine zurück. Der "kleine Schlaganfall" wird von Medizinern auch als "transitorisch-ischämische Attacke" (TIA) bezeichnet. Der große oder bleibende Schlaganfall ist hingegen durch dauerhafte, langfristig behindernde Krankheitszeichen, zum Beispiel eine bleibende Halbseitenlähmung, charakterisiert.
Ein kleiner Schlaganfall ist für Patienten übrigens keineswegs ein Grund zur Erleichterung, sondern ein ernst zu nehmendes Alarmzeichen: Statistiken haben gezeigt, dass er das Risiko, einen großen Schlaganfall zu erleiden, um das Zweifache erhöht. Daher ist es besonders wichtig, bei Verdacht auf einen kleinen Schlaganfall einen Arzt aufzusuchen.
Erinnerung, Wahrnehmung, Sprache: Das ganze Leben kann verloren gehen
Die Sauerstoff-Mangelversorgung im Gehirn ist deshalb besonders schwer wiegend, weil viele Funktionen des Körpers vom Gehirn aus gesteuert werden: Sinneseindrücke empfangen, sich erinnern, sich bewegen, sprechen. Wie stark und in welcher Weise ein Schlaganfall-Patient beeinträchtigt ist, hängt von zwei Faktoren ab: Der Größe und der Funktion des geschädigten Hirnbezirkes.



