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Verlauf

Häufige Folgen: Lähmung und Sprachstörung

Die Folgen eines Schlaganfalls können sehr unterschiedlich sein. Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns geschädigt ist, kommt es zu Sprachstörungen, Spastiken oder der typischen Halbseitenlähmung. Manche Patienten haben keines dieser Krankheitszeichen. Trotzdem sind sie nicht in der Lage, einen Pullover anzuziehen oder ein Brot zu schmieren.

Das menschliche Gehirn ist eine Ansammlung von Nervenzellen, die mit der Steuerung fast aller Vorgänge unseres Körpers befasst sind. Dabei ist das Gehirn in einzelne Bereiche eingeteilt, die eigene Aufgaben haben. So ist zum Beispiel ein Teil für die Produktion von Sprache, ein anderer für das Sprachverständnis zuständig, wieder andere für die geordnete Zusammensetzung einzelner Bewegungen. Je nachdem, wo sich eine Durchblutungsstörung abspielt, sind die Folgen für den Patienten sehr unterschiedlich.

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Lähmung: Die linke Seite des Gehirns steuert die rechte Körperseite

Ein häufiges und vielen Menschen bekanntes Symptom des Schlaganfalls ist die Lähmung. Da die Steuerung der Körperhälften auf die Gehirnhälften verteilt ist, kommt es typischerweise zur halbseitigen Lähmung der Muskulatur. Dabei wird die rechte Körperhälfte von der linken Gehirnhälfte aus gesteuert, die linke Körperhälfte von der rechten Gehirnhälfte.

Je nach Zahl der betroffenen Gehirnzellen wird die Lähmung nur einen Teil der Körperhälfte, zum Beispiel die Hand, oder aber die ganze Körperhälfte betreffen. Eine komplette Halbseitenlähmung heißt in der Fachsprache Hemiplegie. Auch der Grad der Lähmung kann unterschiedlich sein und von der leichten Unsicherheit oder Schwäche bis zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit reichen. Relativ häufig betroffen ist der Gesichtsnerv. Man spricht dann von einer Fazialisparese. Die Folge: der Schiefstand der Gesichtsmuskulatur.

Spastik: Wenn der Muskel so anspannt, dass es schmerzt

Die Steuerung der Muskulatur durch das Gehirn bezieht sich nicht nur auf Bewegungen, sondern auch auf die Grundspannung des Muskels, Tonus genannt. Gerät diese Steuerung durch einen Schlaganfall durcheinander, so kann es zu einer erhöhten Spannung in den Muskeln kommen. Diese kann so hoch werden, dass der Muskel nicht mehr bewegt werden kann und Schmerzen auftreten. Ärzte sprechen in diesem Fall von Spastizität oder Spastik. Krankengymnastische Therapie ist ganz entscheidend, um Spastizität nach einem Schlaganfall zu verhindern.

Empfindungsfähigkeit: Kein Unterschied zwischen heiß und kalt

Auch die Empfindungsfähigkeit kann von einem Schlaganfall beeinträchtig werden. Dies kann sich in Kribbeln, Taubheitsgefühlen, aber auch dem Verlust der Wärme- oder Kälteempfindlichkeit der Haut äußern. Es können Schweregefühle auftreten oder sich das Gefühl einstellen, ein Teil des Körpers gehöre nicht mehr dazu.

Sprache: Bei manchen Patienten geht sie ganz verloren

Üblicherweise liegt das Sprachzentrum beim Rechtshänder in der linken Gehirnhälfte, das des Linkshänders entsprechend in der rechten. Ist der für die Sprache zuständige Teil des Gehirns vom Schlaganfall betroffen, kann sich eine so genannte Aphasie ausbilden. Aphasie bedeutet Sprachverlust oder Sprachstörung. Bei dieser Störung kann das Sprachverständnis genauso betroffen sein, wie die Sprachproduktion.

Je nach Ausmaß der Hirnschädigung sind alle Formen der Aphasie, von der leichten Wortfindungsstörung bis zum vollständigen Verlust der Sprache möglich. Der von der Aphasie betroffene Patient hat nicht immer eine Einsicht in seine Erkrankung, das heißt er kann eventuell nicht begreifen, dass die Umwelt ihn nicht versteht. Das führt oft zu sehr schwierigen Situationen für Patient und Angehörige. Aber es gibt Sprachheil-Experten (Logopäden), die Aphasien behandeln. Auch können die Angehörigen die Sprachfähigkeit eines Schlaganfall-Patienten fördern, indem sie zum Beispiel im Gespräch nicht gleich mit Wörtern aushelfen.

Schluckstörung: Verschlucken und Einatmen der Nahrung sind gefährlich

Auch der Vorgang des Schluckens kann durch einen Schlaganfall gestört werden. Man spricht dann von einer Dysphagie. Eine Dysphagie kann sich in gelegentlichem Verschlucken äußern, die Nahrungsaufnahme aber auch völlig unmöglich machen. Im zweiten Fall müssen die Patienten künstlich über eine Sonde ernährt werden.

Können Schlaganfall-Patienten eigenständig essen, ist die Nahrungsaufnahme trotzdem gefährlich für sie. Sie verschlucken sich häufiger, im schlimmsten Fall besteht Erstickungsgefahr. Gleichzeitig sind Patienten beim Essen durch das versehentliche Einatmen von Nahrung oder Flüssigkeit gefährdet. Hierdurch kann es zu einer gefährlichen Lungenentzündung, der so genannten Aspirationspneumonie, kommen.

Um die Gefahren beim Essen zu mindern, gibt es Übungen, mit denen Betroffene Schluck- und Kaubewegungen und die Sensibilität der Mundhöhle trainieren können.

Koordinationsstörung: Wenn die Körperteile nicht zusammenarbeiten

Eine andere mögliche Folge des Schlaganfalles ist die so genannte Apraxie. Apraxie ist die Störung zusammengesetzter Bewegungsabläufe. Patienten mit Apraxie sind nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten in der Lage, komplizierte Bewegungsabläufe zu vollführen. So kann das Anziehen eines Pullovers oder das Schmieren eines Butterbrotes Probleme bereiten. Dabei ist die Beweglichkeit der Arme oder Beine nicht gestört, es liegt also keine Lähmung vor. Durch die Apraxie geht vielmehr die Fähigkeit verloren, die notwendigen Bewegungen im Gehirn zu entwerfen und Einzelbewegungen zu einem flüssigen Ablauf zusammenzusetzen.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 27-09-2002




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