Für Angehörige
Umgang mit Schlaganfall-Patienten
Angehörige von Schlaganfall-Patienten berichten häufig, dass es ihnen schwer fällt, Ängste und Unsicherheiten im Umgang zu überwinden. Ein paar Grundregeln helfen: Respekt ist wichtig, die Krankheit kleinreden falsch. Um Schlaganfall-Patienten zu fördern, gibt es eigene Maßgaben: den Betroffenen bewusst von der gelähmten Seite ansprechen, im Gespräch nicht mit Wörtern aushelfen.
Ganz wichtig: Verstehen, was der Arzt rät
Im Gespräch mit dem Arzt ist es wichtig, dass Patienten und Angehörige fragen, wenn ihnen etwas unklar ist: zum Beispiel wenn sie Untersuchungen nicht verstehen. Pflegepersonal und Ärzte benutzen medizinische Fachbegriffe und denken oft nicht daran, dass Patienten mit diesen Begriffen nichts anfangen können. Für den Therapieerfolg ist es jedoch gerade beim Schlaganfall wichtig, dass der Patient mitmacht.
Aus Respekt vor dem Patienten den Schlaganfall nicht kleinreden
Wichtigste Grundregel im Umgang mit Schlaganfall-Patienten ist, die Achtung zu bewahren. Das beginnt bereits im Krankenhaus: Zwiegespräche zwischen Angehörigen über den Patienten oder Gespräche mit dem Arzt über mögliche Prognosen gehören nicht an das Krankenbett. Auch vermeintlich gut gemeinte Auforderungen wie "Das wird schon wieder" oder Aussprüche wie "Stell dich nicht so an" können auf den Patienten einen negativen Effekt haben: Er fühlt sich eventuell bedrängt, nicht ernst genommen oder fürchtet, zu hohe Erwartungen nicht erfüllen zu können.
Viel wichtiger ist es, den Patienten in seinem Bemühen, Altbekanntes wieder neu zu erlernen, zu unterstützen. So sollten Angehörige den Patienten bewusst von der gelähmten Seite ansprechen und damit die Aufmerksamkeit des Betroffenen auf die gelähmten Gliedmaßen lenken. Sie veranlassen ihn damit zu einer inneren Bewegung, auch wenn er sich augenscheinlich nicht rührt.
Bei Sprachstörungen nicht gleich mit Wörtern aushelfen
Hat der Schlaganfall-Patient Sprachstörungen, gilt es, Gespräche in ruhiger Umgebung, ohne Zeitdruck und ohne störende Nebengeräusche oder Ablenkungen zu führen.
Grundsätzlich sollte man dem Patienten einfache Fragen stellen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Sie gewähren ihm Zeit und setzen ihn nicht unter Druck. Ganz wichtig ist dabei, dem Betroffenen nicht mit Wörtern auszuhelfen, solange er selbst noch überlegt. Erst wenn er beim Sprechen nicht weiterkommt und um Hilfe bittet, ist es sinnvoll, ein Schlüsselwort vorzuschlagen und abzuwarten, ob das Wort als richtig akzeptiert wird.
Manchmal kommt es vor, dass Angehörige über das Ziel hinausschießen: Sie betreiben immerzu "Sprachtherapie". Natürlich ist es wichtig, die Unterhaltung trotz gestörter Sprache aufrecht zu erhalten. Doch ist Kommunikation nicht auf verbale Fähigkeiten beschränkt. Ebenso kommunikativ ist es, gemeinsam etwas zu erleben, was Spaß macht und wo der Betroffene gleichzeitig erfahren kann, dass ihm Dinge gelingen: zum Beispiel Malen, Fotografieren, Spielen.
Sind Sprachproduktion und Sprachverständnis vollständig aufgehoben oder ist das Gespräch durch eine Bewusstseinsstörung gestört, ist der Körperkontakt umso wichtiger: Das Halten der Hand, Streicheln oder auch festerer Druck sind Möglichkeiten, Gefühle mitzuteilen.



