Für Angehörige
Schlaganfall-Patienten brauchen oft Pflege
Bei Freunden und Angehörigen eines Schlaganfall-Patienten sitzt der Schock meist tief. Ein Schlaganfall kommt plötzlich, verändert das Leben von einem Tag auf den anderen. Geht der Gehirnschlag glimpflich aus, bleibt es bei Sprach- und Bewegungsstörungen. In schweren Krankheitsverläufen wird der geliebte Mensch pflegebedürftig. Drei von vier Schlaganfall-Patienten tragen dieses Los.
Einige Patienten haben Glück: Bei leichten Schlaganfällen können sich die Beschwerden rasch, oft innerhalb weniger Tage, zurückbilden. Für sie ist es wichtig, sich gegen einen erneuten Schlaganfall zu schützen. Ist der Schlaganfall schwerer und sind große Gebiete des Gehirns betroffen, wird der Betroffene pflegebedürftig. Dies betrifft 70 Prozent der Schlaganfall-Patienten. Sie bleiben auch nach einer umfassenden Akuttherapie und Anschluss-Heilbehandlung in ihren Grundbedürfnissen auf andere angewiesen.
Pflegekräfte, Geld und Selbsthilfe: Wer zu Hause pflegt, braucht Unterstützung
Besteht bei einem Schlaganfall-Patienten Pflegebedürftigkeit, stellt sich für Angehörige und den Patienten die Frage, ob ein Pflegeheim notwendig oder auch häusliche Pflege möglich ist. Wichtig ist, dass die Entscheidung von beiden Seiten getragen wird - vom Patienten und von den Angehörigen. Häusliche Versorgung ist nicht in jedem Fall die bessere Lösung: Es gibt Patienten, die es nicht ertragen, ihren Angehörigen zur Last zu fallen. Für viele Angehörige hingegen bedeutet die Pflege des Patienten daheim eine seelische und körperliche Belastung, die sie nicht bewältigen können. Oft sind auch räumliche oder finanzielle Voraussetzungen nicht gegeben.
Entscheiden sich ein Schlaganfall-Patient und seine Angehörigen dafür, dass der Patient zu Hause gepflegt wird, sind umfangreiche Maßnahmen und Hilfen notwendig: Umgestaltung der Wohnräume, technische Hilfsmittel für den Alltag und natürlich die finanzielle Unterstützung durch die Pflegeversicherung.
In den meisten Fällen ist es zudem unerlässlich, sich von ambulanten Pflegediensten unterstützen zu lassen. Dabei übernehmen Schwestern und Pfleger nicht nur einen Teil der Pflegearbeit, sie unterstützen die Familie auch mit vielen hilfreichen Tipps.
Der Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Ob er gewährt wird, entscheidet die Kasse anhand eines ärztlichen Gutachtens. Die Wahl des Pflegedienstes ist dem Patienten und seinen Angehörigen überlassen. Ansprechpartner für ambulante Pflege sind Sozialstationen von kirchlichen Verbänden wie Caritas und Diakonie, aber auch private Pflegedienste. Bei privaten Anbietern sollte man allerdings auf die Qualifikation der Mitarbeiter und die Qualität der Leistungen achten.
Neben Selbsthilfegruppen für Schlaganfall-Patienten gibt es auch Gruppen, in denen sich Angehörige von Schlaganfall-Patienten zusammengeschlossen haben. Viele Angehörige berichten, dass das Gespräch in der Gruppe Mut macht: Zu sehen und zu hören, wie andere Angehörige den Alltag in den Griff bekommen, gibt Zuversicht und Hoffnung, dass man es schaffen kann.



