Mann mit Zigarette

Risikofaktoren

Was das Arteriosklerose-Risiko erhöht

Arteriosklerose scheint eine Erkrankung zu sein, der kaum jemand entrinnen kann. Denn für dieses Leiden gibt es eine ganze Palette von Risikofaktoren. Nicht vergessen werden darf jedoch: Die Gefahr lässt sich zu einem großen Teil beeinflussen - etwa durch Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion. An manchen Risikofaktoren wie der familiären Vorbelastung lässt sich jedoch noch nicht rütteln.

Zu den teilweise beeinflussbaren Risikofaktoren zählt hingegen die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), denn sie geht meist mit hohem Blutdruck und Blutfett-Werten einher. Besonders gefährdet sind Diabetiker, weil ihre Erkrankung auch die Nervenfasern des vegetativen Nervensystems angreift. Zu diesen Nervenfasern zählen auch diejenigen, die den Schmerz des Angina-pectoris-Anfalls übermitteln. Die Patienten neigen deshalb zu so genannten stummen Herzinfarkten, da sie den für diese Krankheit typischen Schmerz nicht spüren können.

Auch ein hoher Blutdruck erhöht eindeutig die Gefahr von Arteriosklerose, denn er steigert die mechanische Belastung der Arterien, so dass die Gefäßwände schneller verhärten und verkalken. Besonders Rauchen fördert einen hohen Blutdruck, denn das Nikotin stellt die Gefäße eng.

Die Gefahr lässt sich auch an den Blutwerten ablesen

Erhöhte Neutralfette (Triglyzeride) und ein Cholesterinspiegel über dem normalen Niveau zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren für Arteriosklerose. Allerdings kommt es darauf an, um welches Cholesterin es sich handelt: Zu viel LDL-Cholesterin schädigt die Gefäßwände. HDL-Cholesterin hingegen wirkt gefäßschützend, da es Cholesterin aus den Zellen in die Leber transportiert. Ein zu niedriger HDL-Wert wirkt sich darum ungünstig aus.

Ist der Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen erhöht, fördert dies die Verklumpung des Blutes und damit auch das Risiko für Gefäßablagerungen. Auch zu viel Homocystein begünstigt die Verklumpung, denn dieser Eiweißbaustein treibt das Zusammenballen der Blutplättchen (Thrombozyten) voran. Ein hoher Homocystein-Spiegel schädigt zudem die Gefäßinnenhaut.

Raucherentwöhnung senkt Risiko erheblich

Zigarettenkonsum erhöht nicht nur den Blutdruck: Er lässt auch das gefäßschädigende LDL-Cholesterin und den Gerinnungsfaktor Fibrinogen steigen. Raucher können ihr Arteriosklerose-Risiko durch Entwöhnung also erheblich senken.

Auch übermäßiger Alkoholkonsum und Stress tragen oft zur Arteriosklerose bei. Denn ständige Alarmbereitschaft steigert den Blutdruck und verschlechtert den Stoffwechsel. Zudem erhöhen sich die Fettwerte, der Zuckerspiegel und die Konzentrationen einzelner Gerinnungsfaktoren. Mangelnde Bewegung und Übergewicht sind der Gefäßgesundheit ebenfalls nicht zuträglich, denn sie werden oft von erhöhten Cholesterin- und Blutfettwerten begleitet.

Frauen haben eine günstigere Ausgangsposition

Aber nicht allein die Menge an Körperfett, auch seine Verteilung auf den Körper gibt Aufschluss über das Risiko. So gilt eine eher weibliche Fettverteilung mit Betonung der Hüften und Oberschenkel als weniger gefährlich als das typisch männliche Fettverteilungsmuster, bei dem sich das überschüssige Fettgewebe vor allem in der Bauchregion findet.

Frauen genießen noch einen weiteren Vorteil: Sie sind bis zu den Wechseljahren durch einen hohen Östrogenspiegel gegen Arteriosklerose gefeit. Östrogen, das weibliche Geschlechtshormon, hat nämlich eine gefäßschützende Wirkung. Es beeinflusst vor allem den Fettstoffwechsel positiv. Deshalb tritt bei Frauen die koronare Herzkrankheit im Durchschnitt mindestens zehn Jahre später auf als bei Männern.

Frauen sollten dies aber nicht als Freibrief nehmen: Auch bei ihnen sind heute Herz- und Gefäßkrankheiten die Todesursache Nummer 1. Raucherinnen müssen ihre Abhängigkeit sogar häufiger mit einem Infarkt bezahlen als männliche Tabakkonsumenten. Hinzu kommt: Frauen bekommen ihren Infarkt zwar später als Männer, doch haben sie deutlich geringere Überlebenschancen.

Der Faktor Östrogen zeigt auch: Nicht alle Risikofaktoren lassen sich beeinflussen. Das gilt auch für die familiäre Vorbelastung: So steigt das Risiko für einen Herzinfarkt, wenn der Vater vor dem 55. oder die Mutter vor dem 65. Lebensjahr einen Herzinfarkt erlitten hat.

Hohes Alter ist ein weiterer Risikofaktor. Doch wer die beeinflussbaren Risikofaktoren Rauchen, Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel reduziert, hat gute Aussichten später nicht von Arteriosklerose geplagt zu werden.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 27-09-2002




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