Herz und Arterien

Verlauf

Herz in Gefahr: Von der Verengung zum Infarkt

Bei akutem Verschluss einer Kranzarterie stirbt das von ihr versorgte Gewebe ab (Herzinfarkt) - vorausgesetzt, es gibt keinen Umgehungskreislauf. Bei kleineren Infarkten ist nur ein kleines Gebiet und (oder) ein Teil des Muskelquerschnitts betroffen, bei größeren Infarkten dehnt sich der Infarkt auf den gesamten Wandquerschnitt und (oder) ein größeres Gebiet aus.

Mediziner unterscheiden Vorder-, Seiten- und Hinterwandinfarkte. Besonders gefährlich sind Infarkte, die auch das Reizleitungssystem betreffen, denn dann versagt nicht nur der entsprechende Muskelanteil, dessen Part in der Pumpfunktion ausfällt: In diesem Fall kann es zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod kommen durch so genanntes Kammerflimmern - ein schnelles, aber wirkungsloses Zusammenziehen der Herzkammer.

Rund ein Drittel aller Herzinfarkte endet tödlich - oftmals, weil sie von Herzrhythmusstörungen begleitet werden. Wenn ein größeres Muskelareal oder gar eine Herzklappe vom Infarkt betroffen ist, kann die Pumpfunktion unkontrolliert verlaufen oder ganz versagen.

Hoher Blutdruck lässt die Sterberate steigen

Die koronare Herzkrankheit ist also ernst zu nehmen. Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik: Von 100 erkrankten Männern zwischen 40 und 65 Jahren sterben jährlich immerhin 1,4 Prozent an dieser Erkrankung, obwohl sie nicht unter Bluthochdruck leiden. Auch war ihr Elektrokardiogramm (EKG) unauffällig, mit dem sich unter anderem Herzrhythmusstörungen und Herzrasen (Tachykardie) nachweisen lassen.

Kommt bei Männern dieses Alters allerdings ein hoher Blutdruck zur koronaren Herzkrankheit hinzu, steigt die Sterberate auf sieben Prozent. Ist das Elektrokardiogramm (EKG) krankhaft verändert, beträgt die Rate 8,5 Prozent. Leiden die Männer sowohl unter Hochdruck als auch unter EKG-Veränderungen, sterben sogar zwölf von 100 innerhalb eines Jahres.

Oft wird die Krankheit viel zu spät entdeckt

Wie die koronare Herzerkrankung genau verläuft, ist abhängig vom Ausmaß der Gefäßschäden, der Zahl der verengten Herzkranzgefäße und dem Schweregrad der Krankheitszeichen. In etwa der Hälfte aller Fälle wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn es bereits zum Herzinfarkt gekommen ist.

Es ist jedoch auch möglich, dass die koronare Herzerkrankung über Jahre mit gleichbleibenden Krankheitszeichen bestehen bleibt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn in Ruhe und bei mäßiger körperlicher Belastung die Durchblutung des Herzmuskels gewährleistet ist und Brustenge (Angina pectoris) - ein typisches Symptom für die koronare Herzerkrankung - nur in körperlich anstrengenden Situationen auftritt.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 27-09-2002




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