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Diabetiker aufgepasst

Warum Diabetiker bei Gefäßerkrankungen so gefährdet sind

Eine Diabetes-Erkrankung bedeutet für den Betroffenen oftmals, dass er seine Lebens- und Essgewohnheiten radikal umstellen muss. Doch nicht nur auf den aktuellen Blutzuckerwert haben Diabetikerschokolade, Süßstoff & Co. einen Einfluss: Ein dauerhaft niedriger Blutzucker senkt auch das Risiko für lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Gefäßsystem von Diabetikern steht durch den erhöhten Zuckerwert im Blut unter Dauerstress: Zuckermoleküle können sich an bestimmte Strukturen der Gefäßwand heften und zur Arteriosklerose, der sogenannten "Gefäßverkalkung" führen. Auch Entzündungsreaktionen der Gefäße spielen dabei eine Rolle. Das Heimtückische an diesen Veränderungen ist, dass sie sich beim Typ-II-Diabetes meist langsam und schleichend entwickeln und dadurch ebenso wie die Erkrankung selbst von den Betroffenen unter Umständen lange Zeit nicht bemerkt werden. Die oft gleichzeitig auftretende diabetische Neuropathie, eine Störung der Nervenfunktion bei Diabetikern, beeinträchtigt die Schmerzwahrnehmung und verhindert, dass der Patient dieses wichtige Alarmzeichen registriert.

Diabetiker haben häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt bei Diabetikern deutlich über dem von Gesunden. Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) kommen bei Diabetikern daher häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt. Laut Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft hat ein Diabetiker allein durch seine Zuckerkrankheit ein Herzinfarkt-Risiko, das mit dem eines Nicht-Diabetikers nach einem durchgemachten Herzinfarkt vergleichbar ist.

Regelmäßige Medikamenteneinnahme kann Spätschäden verhindern

Der beste Schutz vor möglichen Spätschäden ist die optimale Kontrolle der Blutzuckerwerte durch entsprechende Lebensführung und regelmäßige Medikamenteneinnahme. Zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte sollten vermieden werden. Für viele Betroffene bedeutet dies eine radikale Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten. Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und die gewissenhafte Befolgung von Einnahmevorschriften der verordneten Arzneimittel sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Doch auch wenn der Diabetes gut eingestellt ist und Blutzuckerentgleisungen vermieden werden, besteht nach wie vor ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das medikamentös behandelt werden sollte.

Gerinnungshemmer und Insulin vertragen sich gut

Gerinnungshemmende Medikamente wie Clopidogrel oder Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosierung können das Restrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das auch ein optimal eingestellter Diabetes-Patient hat, noch weiter senken. Sie sind auch für Diabetiker geeignet, da keine Wechselwirkungen mit Insulin bekannt sind. Welche Therapie für den einzelnen Patienten die beste ist, entscheidet der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung aller Risikofaktoren von Fall zu Fall.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Diabetes Gesellschaft, des Springer Lexikon Medizin (2004) und von www.diabetes-online.info
Autor: bsmo Redaktion
Stand: 30-06-2008



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